Keine Hilfe für kanarische Kamelfarmen

Keine Hilfe für kanarische Kamelfarmen

08.12.20; Gran Canaria – – Einige Kamelfarmen und -parks befinden sich in dem kleinen Bergort Fataga, der zu San Bartolomé de Tirajana und damit dem touristischen Zentrum von Gran Canaria gehört. Im Kamel Safari Park, La Baranda, gab es im Durchschnitt 2 Besucher pro Woche. Im Kamelpark, der weiter im Tal liegt, läuft es ähnlich ab.

Seit Beginn der Pandemie verzeichnen die Parks keinen Umsatz und kaum Gäste. Der kleine Aufschwung im Sommer verschwand auch sehr schnell wieder. Die Betreiber bekommen keinerlei Hilfen vom Staat, die Geschäfte gehen langsam kaputt. Die Versorgung der Kamele kostet die Betreiber täglich Geld. Sie benötigen Futter, ärztliche Betreuung, etc. Ein Parkbetreiber sagt, dass sie die Tiere ins Schlachthaus bringen müssten, sollte es so weitergehen. Sein Kamelpark wurde 1987 von seinen Eltern gegründet. Zu Anfang gab es 10 Kamele, nun hat er 40 Tiere im Park. Normalerweise verzeichnet der Park um die 300 Besucher pro Tag, aktuell kommt fast Niemand.

In einem Park weiter im Tal gelegen, in Fataga, erklärt Betreiber Norberto Pérez, dass die monatlichen Kosten zur Aufrechterhaltung des Parks zwischen 3.500 und 4.500 Euro lägen. Diese Kosten inkludieren das Futter für die 32 Kamele und die Löhne für die Angestellten. Vier der Sechs von ihnen befinden sich im ERTE. Ohne Einnahmen sei es unmöglich, diese Kosten zu tragen, erklärte er. Hinzu komme, dass ein Reiseveranstalter eine Vertragssumme in Höhe von 500.000 Euro nicht bezahlt hat, obwohl diese Zahlung an ihn noch offen sei. Es handle sich dabei um Kosten für Ausflüge von Touristen, die schon vor der Pandemie kamen. Der Parkbetreiber hat noch ein zweites Standbein, ein Restaurant in Fataga, das auch 70.000 Euro Schulden hat. Zusammen sei es eine große Last für Norberto Pérez.

Die Kamele in beiden Parks kommen nur in dieser Region vor, sie gelten als endemisch. Es handelt sich um das kanarische Kamel, die einzig bestehende Rasse Europas. Es gibt demnach auf Gran Canaria nicht einmal 200 Exemplare dieser Gattung. Der Parkbetreiber Norberto erklärt, dass er es unfair fände, dass die Regierung diese Tiere nicht unterstützen will und hat den Plan, seine Tiere vor dem Cobierno de Canarias zu platzieren. Ein anderer Parkbetreiber erklärt: „Auf Lanzarote helfen Sie den Betreibern mit einem Zuschuss in Höhe von 3 Euro pro Tier und Tag“. Für die Betreiber auf Gran Canaria würde es durch den Wegfall der Paraden zum Tag der heiligen drei Könige noch schwieriger sein, da diese normalerweise eine weitere Einnahmequelle sei. „Mit den Paraden haben wir das Futter für das ganze Jahr kaufen können“. Die Kamele im Safari Park, La Baranda, benötigen 3.000 Kilo Mais im Monat. Die letzte Hoffnung sei nun staatliche Hilfe, aber bisher gab es noch keine genauen Angaben.

Symbolbild

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