Washington ermittelt gegen vermeintliches russisches Spionageschiff

Washington ermittelt gegen vermeintliches russisches Spionageschiff

20.11.20; Gran Canaria – – Was die Vereinigten Staaten ein Spionageschiff nennen, ist in Wirklichkeit ein Zeichen für die massive Ankunft von russischem Gas in der EU.

Das US-Außenministerium setzt seine Ermittlungen über die Anwesenheit eines angeblichen russischen Spionageschiffes in Las Palmas fort, das Unterseekabel kartografiert hat.

Im Februar verließ das Schiff Nakhodka im Fernen Osten und segelte nach Singapur, wo es am 22. Februar ankommen sollte.

Nach mehrmaligem Wechsel der Endpunkte der Route umrundete das Boot Afrika und kam Ende letzten Monats in Las Palmas an. Darüber hinaus wurde die Route bis zum ägyptischen Hafen Said verlängert, wo der Akademiker Cherskiy am 30. April ankommen sollte. Das Schiff passierte jedoch nie die Straße von Gibraltar und nahm Kurs auf den Hafen von Aberdeen. Am vergangenen Sonntag änderte das Schiff seinen endgültigen Bestimmungsort nach Kaliningrad.

Was die Vereinigten Staaten ein Spionageschiff nennen, ist in Wirklichkeit ein Zeichen für die massive Ankunft von russischem Gas in der EU. Die Vereinigten Staaten haben Wirtschaftssanktionen eingeleitet und überwachen die gesamte Zusammenarbeit beim Bau der Nord Stream 2-Pipeline, die russisches Gas direkt vom Grund der Ostsee nach Deutschland bringen wird und die bereits zu mehr als 90% fertig gestellt ist.

Die amerikanischen Maßnahmen gegen Nord Stream 2 werden von Polen unterstützt und betreffen Russland gar nicht so stark wie europäische Unternehmen und deutsche Energieinteressen. Die Kosten der Nord Stream 2, die noch in diesem Jahr in Betrieb gehen soll, belaufen sich auf rund 10 Milliarden Euro. 50 Prozent davon werden vom russischen Konsortium Gazprom und den europäischen Unternehmen OMV, Wintershall Dea, Engie, Uniper und Shel finanziert.

Die neue Pipeline folgt der gleichen Route wie Nord Stream und wird durch die Wirtschaftszonen und Hoheitsgewässer von fünf Ländern, nämlich Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland, verlaufen. Die Kapazität der Pipeline wird 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr betragen.

Ende Dezember 2019 unterzeichnete US-Präsident Donald Trump den National Defense Authorization Act (NDAA), der den Jahreshaushalt und die Ausgaben des US-Verteidigungsministeriums für das am 1. Oktober begonnene Haushaltsjahr 2020 festlegt und die Regierung verpflichtet, Sanktionen gegen die russischen Pipelines Nord Stream 2 und TurkStream zu verhängen.

Das Schweizer Rohrverlegeunternehmen „All Seas“ hat seine Arbeiten am Nord Stream 2-Projekt in der Ostsee eingestellt. Am 4. Februar berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf US-amerikanische diplomatische Quellen, dass die Vereinigten Staaten beabsichtigen, neue Sanktionen gegen die Nord Stream 2-Pipeline zu verhängen, falls Russland versucht, den Bau der Pipeline abzuschließen.

Bildquelle: puertos928.com

CATEGORIES
TAGS
Share This

COMMENTS

Wordpress (0)
Disqus ( )
WP2Social Auto Publish Powered By : XYZScripts.com