{"id":16035,"date":"2019-03-20T16:54:08","date_gmt":"2019-03-20T16:54:08","guid":{"rendered":"https:\/\/canaryo.net\/portal\/?p=16035"},"modified":"2019-03-20T16:58:20","modified_gmt":"2019-03-20T16:58:20","slug":"forschung-ueber-francos-konzentrationslager-auf-den-kanarischen-inseln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/canaryo.net\/portal\/forschung-ueber-francos-konzentrationslager-auf-den-kanarischen-inseln\/","title":{"rendered":"Forschung \u00fcber Franco&#8217;s Konzentrationslager auf den Kanarischen Inseln"},"content":{"rendered":"<p>Kanaren; 20.03.2019 &#8211; &#8211; Der\u00a0Journalisten Carlos Hern\u00e1ndez de Miguel ver\u00f6ffentliche k\u00fcrzlich ein neues Buch (<em class=\"mce\">Die Konzentrationslager von Franco<\/em>\u00a0(Ediciones B)) \u00fcber die Konzentrationslager in Spanien. Zwischen 700.000 und 1 Million Spanier sollen aus politischen Gr\u00fcnden, seit dem Beginn der B\u00fcrgerkriegs bis in die 1960er Jahre, in derartige Lager gefangen gehalten worden sein. Viele von ihnen starben an Krankheit, Hunger und Entkr\u00e4ftung. 300 dieser Lager soll es im ganzen Land w\u00e4hrend der Herrschaft von Franco gegeben haben. Mindestens f\u00fcnf Hauptlager befanden sich davon auf den Kanarischen Inseln. Hier ist eine Liste der bisher bekannten Lager auf den Kanaren, wobei einige zwischenzeitlich geschlossen oder verlegt wurden, oder aber &#8220;Zweigstellen&#8221; von Hauptlagern dienten:<br \/>\nGran Canaria:<br \/>\nLa Isleta (zeitweise)<br \/>\nMilit\u00e4rbasis Gando (ehemaliges Lazarett)<br \/>\nLas Torres<br \/>\nTeneriffa:<br \/>\nFyffes<br \/>\nBarranco de Los Rodeos<br \/>\nBarranco de Vilaflor<br \/>\nFrauengef\u00e4ngnis von La Orotava<br \/>\nFuerteventura:<br \/>\nTef\u00eda auf\u00a0 (nur f\u00fcr Homosexuelle)<br \/>\nEl Hierro:<br \/>\nEl Jablito<br \/>\nSchule von San Andr\u00e9s (nur f\u00fcr Frauen)<br \/>\nSowie\u00a0diverse Schiffe in den H\u00e4fen die als Gef\u00e4ngnisse umgenutzt wurden.<br \/>\nDie Gr\u00f6\u00dfe der Lager variierte ebenso. So waren in Fyffes 1.500 Personen inhaftiert, w\u00e4hrend es in El Jablito nur 60 gewesen sein sollen.<\/p>\n<p>Rund 20.000 auf den Kanaren in die Lager verschleppte Personen haben diese nicht wieder lebend verlassen.<br \/>\nNach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Archive &#8220;ges\u00e4ubert&#8221; um Beweise an die Existenz dieser Lager zu vernichten. Eine weitere gro\u00dfe S\u00e4uberungswelle gab es dann in den 1960er-Jahren, nach dem die letzten Lager aufgel\u00f6st wurden. Daher ist der Nachweis dieser Lager heute sehr schwer und teilweise nur durch Erz\u00e4hlungen von Zeitzeugen oder deren Nachfahren rekonstruierbar. Als besonders brisant gilt, das Gestapo-F\u00fchrer aus dem Dritten Reich bei der Ausbildung des Lagerpersonals, der Armee-Streitkr\u00e4fte und der allgemeinen Polizeibeh\u00f6rden geholfen haben sollen. Wie in den Gulags unter Stalin oder in den KZs von Hitler, mussten die Gefangenen als Arbeitssklaven herhalten. Auch hier galt die Devise: &#8220;Vernichtung durch Arbeit&#8221;. Offiziell wurde keiner der politischen Gefangenen je angeklagt oder vor Gericht gestellt und ebenso werden sie bis heute nicht als Opfer der Franco-Diktatur angesehen. Auch nach 40 Jahren gilt &#8220;ein Pakt der Stille&#8221; zu diesem dunklen Thema.<\/p>\n<p>Die Abbildung zeigt Lagerinsassen im Konzentrationslager Gando (Gran Canaria)<br \/>\nBildquelle:\u00a0eldiario es<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kanaren; 20.03.2019 &#8211; &#8211; Der\u00a0Journalisten Carlos Hern\u00e1ndez de Miguel ver\u00f6ffentliche k\u00fcrzlich ein neues Buch (Die Konzentrationslager von Franco\u00a0(Ediciones B)) \u00fcber die Konzentrationslager in Spanien. Zwischen 700.000 und 1 Million Spanier sollen aus politischen Gr\u00fcnden, seit dem Beginn der B\u00fcrgerkriegs bis in die 1960er Jahre, in derartige Lager gefangen gehalten worden sein. 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