Experte: Mörder von Herreno Carlos Machin hatten Erfahrung

Experte: Mörder von Herreno Carlos Machin hatten Erfahrung

Teneriffa; 20.04.2018 – – Der Experte für Ballistik und Bewaffnung, Eduardo de Cobos, von der Universität Barcelona, teilte seine Einschätzung zu dem Mordfall mit, bei dem am Dienstag der ehemalige Club-Betreiber Herreno Carlos Machin von zwei Kugeln tödlich getroffen wurde. Die gefundenen Projektile und Hülsen sind normale 9mm-Munition nach deutschem Vorbild. Diese wird weltweit, auch von Behörden und Militärs, eingesetzt. Dementsprechend ist sie auch auf dem Schwarzmarkt relativ leicht zu bekommen.
Bei der verwendeten Pistole geht er von einem älteren, halbautomatischen Modell, mit nur einem Strang im Lauf, aus. Es wurden 8 oder 9 Schüsse in schneller Folge abgefeuert. Offenbar das ganze einreihige Magazin. Moderne Pistolen haben zweireihige Magazine mit rund 15 Schuss. Es sieht so aus als hätte der Schütze erst mit den letzten beiden Schüssen sein Opfer in Kopf und Bauch getroffen. Dies deutet ebenfalls auf ein älteres Pistolen-Modell mit hoher Streuung hin.
Die Täter gingen wie nach Lehrbuch vor. Sie warteten bis das Opfer sich ins Auto gesetzt und angeschnallt hatte. Er war in einer Situation in der er sich kaum bewegen konnte und mental auf den Startvorgang seines Fahrzeuges konzentriert war. In diesem Moment achtet man weniger auf seine äußere Umgebung. Dann schossen sie aus einem anderen Fahrzeug, das neben dem Opfer-Fahrzeug angehalten hatte. Das schießen (und treffen) aus einem Auto mit geöffnetem Fenster erfordert Erfahrung, da man nicht genau zielen kann. Das Opfer versuchte noch zu fliehen und brach vor seinem Wagen zusammen. Außerdem haben die Täter einen Ort gewählt der nicht von Kameras überwacht wurde und um diese Uhrzeit so gut wie keine Zeugen vorhanden sind.
Das Fluchtfahrzeug wurde einen Tag zuvor gestohlen und ist nach der Tat in Garcia angezündet worden um Spuren zu verwischen.
Ob die beiden in Madrid verhafteten Personen mit dem Mord in Verbindung gebracht werden können, ist noch nicht bekannt.
Es ist davon auszugehen dass die Täter die Insel bereits verlassen haben.
Das Mordopfer war Kronzeuge in einem wichtigen Betrugsprozess gegen eine Verbrecherbande, welche absichtlich die Sozialversicherung  in Millionenhöhe betrogen hatte. Eine Racheaktion oder Zeugenbeseitigung ist nicht auszuschließen. Das Mordopfer war ebenfalls jahrelang eine Größe im Nachtleben von La Laguna, eventuell ist der Grund für seinen gewaltsamen Tod hier zu suchen.
Die Mordkommission ermittelt. Den Indizien nach haben die Täter nicht zum ersten Mal einen derartigen Mord begangen. Die methodische Vorgehensweise lässt auf erfahrene Kriminelle oder Profi-Auftragskiller schließen.

Bild symbolisch.
Bildquelle: independent.co.uk

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