Kinderarmut auf den Kanaren am höchsten

Kinderarmut auf den Kanaren am höchsten

Spanien; 25.12.2018 – – Laut einem aktuellen UNICEF-Bericht, welcher die Daten von 2017 als Grundlage hat, sind Kinder auf den Kanaren EU-weit und spanienweit besonders schwer von Armut und somit von sozialer Ausgrenzung bedroht. Während in Spanien die durchschnittliche Kinderarmut bei 32,9% liegt, wo jedes dritte Kind betroffen ist, sind es auf den Kanaren 49,4%, bzw. 149.476 Kinder.
UNICEF ​​Canarias besteht darauf, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um diese Situation der Armut zu lindern und damit „Kinder eine hoffnungsvollere Zukunft haben können“.
Die Hauptursache der aus Arbeitslosigkeit erfolgten Armut ist der niedrige Bildungsstand der Eltern.
Daraus resultiert wiederum eine falsche Ernährung. In vielen Familien gibt es weder Fisch noch Fleisch, was wenigstens zwei Mal pro Woche auf dem Teller sein sollte. Sie ernähren sich von kohlenhydrathaltige Lebensmittel wie Reis, Nudeln und Kartoffeln. Dazu kommt ein überdurchschnittlich hoher Konsum von zuckerhaltigen Süßigkeiten und Getränken. Diese sind günstiger als frisches Obst oder Gemüse.
Gladys Rodríguez, Koordinatorin der spezialisierten Fachklinik für Pädiatrie des Krankenhauses von Fuerteventura weist darauf hin, dass 80% der fettleibigen Kinder auch als Erwachsene übergewichtig sein werden und somit die Gesundheitskassen unnötig belasten.
Einzig in den Schulkantinen erhalten die Kinder eine einigermaßen nahrhafte Kost, welche aber nicht immer die beste Qualtität aufweist. Das Schulessen ist für sozialschwache Familien gratis.

Juan Carlos Martín, Psychologe und Professor an der Fakultät für Erziehungswissenschaften der Universität von Las Palmas von Gran Canaria, erklärt, dass Kinder aus armen Familien kaum Bildung widerfahren. Ihre Eltern, die meist ebenfalls der bildungsfernen Schicht angehören, können Ihre Kinder in der Entwicklung nicht helfen und wissen auch nicht wie sie ihren Kinder eine bessere Bildung und somit eine bessere Zukunft ermöglichen können. Wenn das Kind in einem Haushalt unterhalb der Armutsgrenze aufwächst, kann es sein, dass es im Erwachsenenalter auch arm sein wird und Bildungsdefizite aufweist, was „zu sozialer Ausgrenzung führen kann“, betont der Universitätsprofessor. Manchmal wird die Armut auch vererbt, wenn bereits die Großeltern und Eltern arm und arbeitslos waren. Für diese Kinder ist es Normalität so zu leben. „Diese Kette müsste irgendwie durchbrochen werden. Daher die Grundlagen der allgemeinen und beruflichen Bildung. Kinder mit Eltern mit niedrigem Bildungsniveau sind Kinder, die wahrscheinlich ebenfalls in Armut leben werden. “
Der Verein „El Refugio Majorero“ kümmert sich um 180 arme Familien auf Fuerteventura. Diese Familien leben von 426,- Euro Sozialhilfe, bei manchen arbeitet ein Elternteil in Teilzeit und 90% der 180 betreuten Familien haben Kleinkinder. Insbesondere seit der staatlich geförderten Armutszuwanderung aus Venezuela und Kolumbien war die Zahl von 100 auf 180 bedürftigen Familien auf Fuerteventura angestiegen.

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