Spanische „Wirtschaftshilfe“ nur in Form von zinslose Kredite

Spanische „Wirtschaftshilfe“ nur in Form von zinslose Kredite

Kanaren/Madrid; 29.03.2020 – – Die spanische Regierung hat ein „Hilfspaket“ von 100 Milliarden Euro für die Bevölkerung beschlossen. Jedoch handelt es sich hier um die Bereitstellung um Geld für zinslose Mikrokredite mit einer Laufzeit von maximal sechs Jahren. Wer denkt, dass der spanische Staat den Bürgern etwas als Entschädigung schenkt, der irrt.
Privatpersonen als Arbeitnehmer und Selbständige können diese Kredite beantragen. Eine Annahme der Kreditnehmer ist für die Banken aber nicht verpflichtend. Die Bank, bei der man einen staatlich abgesicherten, zinslosen Hilfskredit beantragen kann, kann den Antrag ablehnen, auch wenn sie das Geld gar nicht selber bereitstellen muss, sondern es von dem aufgelegten Rettungsfond abruft. Es gibt bereits Meldungen über abgelehnte Kreditanträge.
Allen voran sollen mit diesen Krediten die privaten Vermieter geschützt werden, damit sie auch weiterhin ihre Mietzinsen erhalten. Dafür muss der Mieter aber Schulden aufnehmen. Autonomos können sogar doppelt diese „Hilfe“ in Anspruch nehmen. Zum einen für ihre private Absicherung, zum anderen zur Überbrückung der laufen Kosten für ihr Geschäft. Immobilienbesitzer mit mehr als acht Vermietobjekte, erhalten eine Kredit-Zuwendung von nur 5%. 
Ein Kleinunternehmer mit mehreren tausend Euro an laufenden monatlichen Kosten, z.B. durch weiterlaufende Lohnzahlungen an zu Hause sitzende Mitarbeiter, Mietraten für das Gewerbeobjekt und Kreditverbindlichkeiten, sieht sich mit einem monatlich anwachsenden Schuldenberg konfrontiert, den er, so wie es die Regierung aktuell vorsieht, innerhalb sechs Jahre zurückzahlen muss, sofern einen Kredit aus dem Hilfspaket bekommt. 

Kontrolle? Bisher ist nicht bekannt wie der Staat die selbst gesteckten Vorgaben zur Kreditvergabe kontrollieren und die Kreditnehmer regelmäßig kontrollieren wird.
Klar ist auch dass diese Form von Hilfe nur kurzfristig was bringt und die Menschen sich wegen dieser Krise verschulden.
Sollte die Corona-Krise mit der Abschaltung der Wirtschaft und Ausgangssperre über den Mai hinweg andauern, wird dieses sogenannte Hilfspaket – außer Millionen neuer Schuldner – nichts bringen.

Zukunftsperspektive: 
Wirtschaftsexperten rechnen mit einer Dauer von mindestens zwei Jahren damit der Hauptwirtschaftszweig auf den Kanaren, der Tourismus, wieder den Stand von vor der Corona-Krise erreichen wird. Am Tourismus hängt fast die komplette Wirtschaft der Kanarischen Inseln, wie z.B. das Dienstleistungs-, Unterhaltungs-, Gastronomie-, Handwerks-, Bau-, Einzel- und Großhandelsgewerbe, sowie der Staatshaushalt der beiden kanarischen Provinzen. Ohne die Einnahmen aus dem Tourismus versinken die Kanaren in einem wirtschaftlichen Loch ohne Boden mit einer rapide ansteigenden Arbeitslosenquote und Verarmung der Bevölkerung.
Die Regierung in Madrid wird weit aus mehr als nur zinslose Kredite anbieten müssen um den wirtschaftlichen Untergang aufzuhalten.
 



Abbildung symbolisch

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