UPDATE: Junge Familie droht Obdachlosigkeit in Santa Cruz de Tenerife

UPDATE: Junge Familie droht Obdachlosigkeit in Santa Cruz de Tenerife

Teneriffa; 22.01.2019 – – Josué Airam Navarro (39), María Yanira Hernández (28) und ihr Sohn (3) leben zwei Tage in Ofra in Angst. Grund dafür ist ein Räumungsbefehl den der Vermieter erwirkt hat. Formal gesehen kann man dem Vermieter keinen Vorwurf machen, denn seit Mai 2018 hat die junge Familie keine Miete mehr gezahlt, bzw. zahlen können. Mutter und Vater sind arbeitslos. Der Vater erhält eine Invalidenrente von 370,- Euro im Monat. Davon muss die junge Familie einen ganzen Monat leben. Würden sie die Miete bezahlen, blieben ihnen nur 70,- Euro für Nahrungsmittel und alles andere was man zum leben braucht. Nur dank der Lebensmittelspenden der Organisation „Platform 29E“ haben sie etwas zu essen.
Sie haben nun einen Aufschub um einen Monat beim Gericht beantragt und warten auf Antwort, ansonsten sind sie in zwei Tagen obdachlos. Josué sagt, er hat nicht mal eine Lagermöglichkeit für die Sachen die in der Wohnung sind. Beim Auszug würde er alles verlieren. María quält eine größere Sorge: sie hat Angst dass ihr bei der Räumung der Sohn vom Jugendamt weggenommen wird, weil sie bei Obdachlosigkeit dem Kind kein gesetzlich vorgeschriebenes adäquates Lebensumfeld bieten kann. Die Gespräche mit der Sozialfürsorge und des Sozialassistenten der Stadtverwaltung sind bisher ergebnislos verlaufen, da es keinen passenden Sozialwohnraum in Santa Cruz gibt. Auf der anderen Seite möchte die Familie auch gerne die Wohnung verlassen, denn der Eigentümer hat seit Jahren nichts mehr in die Instandhaltung der Wohnung investiert. Die Küche ist in einem traurigen Zustand, ein Fenster und ein Fensterladen sind kaputt, der Boden ist feucht und bei Regen sickert Regenwasser durch das schlecht isolierte Dach der Eingangshalle in die Wände der Wohnung. Es gibt noch die Option auf eine Obdachlosenunterkunft wo sie mit neun anderen Personen in einem Haus leben müssten, aber das möchte Josué unbedingt vermeiden. Die Stadträtin Verónica Meseguer hatte versprochen ihren Fall dem Bürgermeister, José Manuel Bermúdez, zu übergeben, doch bisher hat sich auch dort keiner bei ihnen gemeldet.
Für den Fall dass eine Person oder Familie von Obdachlosigkeit akut bedroht ist, gibt es Notfall-Protokolle in der Stadtverwaltung, welche dann aktiviert werden um den Menschen zu helfen und ein Leben auf der Straße zu vermeiden. Doch bisher gibt es keine Reaktion.
Eine offizielle Bewerbung um eine ausgeschriebene Wohnung hätte für die junge Familie keinen Sinn, denn wer gibt schon jemanden eine Wohnung wenn er nur ein Einkommen von 370,- Euro im Monat nachweisen kann?!
Das Schicksal der jungen Familie steht beispielhaft für dutzende von Familien auf Teneriffa und den Kanaren allgemein, sowie tausenden im ganzen Land. Das ist die Realität in der Menschen leben, während die Provinzregierungen sich für Rekord-Überschüsse im Haushalt rühmen und der Hauptwirtschaftszweig der Inseln, der Tourismussektor, sich eine goldene Nase verdient…


UPDATE: 25.01.2019 – – Die junge Familie hat die Wohnung verlassen und wohnt aktuell in einem Hotelzimmer, das der Sozialdienst der Stadt Santa Cruz bereit gestellt hat. Freiwillige Helfer einer Hilfsorganisationen halfen dabei das Hab und Gut aus der Wohnung zu tragen, bevor ein Entrümpelungskommando es tat. Das Eigentum wird erstmal bei der Hilfsorganisation Platform E29 untergebracht. Der kleine Sohn war in der Zeit im Kindergarten und hat von dem Auszug selbst nichts mitbekommen.
Ein Anwalt des Vermieters, sowie ein Schlüsseldienst-Mitarbeiter nahmen die Wohnung gestern Mittag ab und tauschen die Schlösser aus.
Der städtische Sozialdienst und das Canary Islands Housing Institute (Icavi) teilten mit, das sie sich um eine neue Unterkunft für die Familie bemühen werden.

Bildquelle: S. Mendez/diariodeavisos.elespanol.com

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